Wald- & Wasserwelten


Meckenheimer Realschüler pflanzen Rotbuchen im Kottenforst

Star im Prachtkleid

Die gemeinsame Baumpflanzaktion des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, des LIFE+ Projektes, der Meckenheimer Theodor-Heuss-Realschule und des außerschulischen Kooperationspartner Degen Bedachungen aus Rheinbach feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Sie ist ein außergewöhnliches Beispiel für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Schutz unserer Wälder. In dem Zeitraum haben 800 Schülerinnen und Schüler mehr als 30.000 Bäume gepflanzt. Auch in der ersten Aprilwoche 2019 waren wieder 80 Jugendliche der achten Klassen im Natura2000 Gebiet „Waldreservat Kottenforst“ mit Begeisterung dabei.

Realschule 2

Die Baumpflanzaktion wurde 2009 von Bärbel und Martin Weihsweiler von der Dachdeckerfirma Degen aus Meckenheim initiiert. „Inspiriert hat uns die Initiative Plant for the Planet.“ erzählt Bärbel Weihsweiler „Wir haben uns auf die Suche nach Unterstützern gemacht, um Jugendliche für den Wald und den Klimaschutz zu begeistern“. Mit Manfred Hören, dem Waldpädagogen vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und Ewald Auel, dem stellvertretenden Schulleiter der Meckenheimer Realschule haben sie dabei ebenso engagierte Partner gefunden.

Mit ihrer Arbeit leisten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur Förderung von klimastabilen Wäldern im Kottenforst. Sie pflanzen die kniehohen Rotbuchen in 60- bis 80-jährigen Fichtenwäldern, die durch Trockenstress und Borkenkäferbefall langsam absterben. Angeleitet und unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern und Auszubildenden des Regionalforstamtes sowie des Dachdeckerbetriebes. Die jungen Buchen wachsen im Schutz der Fichten heran. Weitere Baumarten, wie Hainbuche, Birke, Eberesche samen sich ohne menschliche Unterstützung an. Auf diese Weise entwickeln sich langfristig struktur- und artenreicher Mischwälder, die an die Folgen des Klimawandels angepasst sind. Nicht nur der Wald profitiert von der Pflanzaktion, sondern die gemeinsame Arbeit stärkt auch den Zusammenhalt und den Teamgeist der Klassengemeinschaft. Es macht einfach Spaß draußen im Wald gemeinsam zu arbeiten, erzählen die Achtklässler immer wieder.

Realschule 3

Seit 2017 unterstützt auch das europäische LIFE+ Naturschutzprojekt „Villewälder“ die Pflanzaktion und finanziert die jungen Rotbuchen aus Projektmitteln. Die Jugendlichen leisten einen wichtigen Betrag zur Entwicklung des Natura2000 Gebietes „Waldreservat Kottenforst“ mit seinen europaweit geschützten Buchenmischwäldern und ihrer Bewohner, wie Schwarzspecht, Bechsteinfledermaus und Wildkatze. Dank der gepflanzten Buchen werden neue Waldlebensräume begründet und vorhandene Waldbestände vernetzt. So wird die biologische Vielfalt des Waldgebietes für kommende Generationen gesichert.

Im Rahmen des LIFE+ Projektes werden in den Villewäldern auf einer Fläche von 121 Hektar junge Bäume gepflanzt, um Fichten- und Kiefernreinbestände in naturnahe Laubmischwälder umzuwandeln. Dabei hängt die Auswahl der gepflanzten Baumarten von den Bodenbedingungen ab. Typisch für die Villewälder sind die Stauwasserböden, die durch den Wechsel von winterliche Nässe und sommerlicher Trockenheit gekennzeichnet sind. Mit diesen schwierigen Standortverhältnissen kommt die Stieleiche am besten zurecht, die hier im Wechsel mit Hainbuche und Winterlinde gepflanzt wird. Hier sollen sich langfristig die europaweit geschützten wechselfeuchten Eichen-Hainbuchenwälder entstehen. Auf den Böden ohne Stauwassereinfluss werden junge Rotbuchen gesetzt, die sich zu neuen Buchenwaldlebensräumen entwickeln.

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