Wald- & Wasserwelten


Lebensraum Wasser

Während die Waldböden und viele flache Tümpel im Sommer abtrocknen, sind die Weiher aus kurfürstlicher Zeit und Seen der Rekultivierungsflächen des Braunkohltagebaus ganzjährig wasserführend. Auch Fließgewässer fehlen in den Villewäldern nicht. Hier entspringen zahlreiche kleine, oft namenlose Bäche, die in Richtung Rhein entwässern.

Maare ohne Vulkanismus

Königsmaar oder Rehsprungmaar - viele der Kleingewässer im Kottenforst werden eigenartigerweise „Maare“ genannt. Sie haben mit den Maaren vulkanischen Ursprungs aus der Westeifel nichts gemein. "Die" Maar (von niederdeutsch mâr, auch môr oder mêr, vgl. Moor, Meer, Marsch) ist in der Region die allgemeine Bezeichnung für ein Feuchtgebiet (Sumpf, Moor, Feuchtwiese, Au- oder Bruchwald) oder ein Stillgewässer. Wir wissen nicht, ob die Gewässer vom Menschen angelegt wurden oder natürlichen Ursprungs sind.

Wasser bedeutet Vielfalt

Die Vielfalt der Gewässertypen bedingt einen besonderen Reichtum der Lebensformen. Mikroskopisch kleine Lebewesen, wie die Pantoffeltierchen oder tauchende Käfer, wie der Gelbrandkäfer, oder unterschiedlich geformte Gehäuseschnecken leben in diesen Kleingewässern. Verschiedene Libellenarten streifen in gewässerreichen Waldlebensräumen umher. Aber auch Vögel und Säugetiere nutzen kleine Gewässer im Wald.

Ganz besonders wichtig sind die stehenden Gewässer für die Amphibien, wie Frösche, Kröten oder Molche, die im Frühjahr zu ihren Laichgewässern wandern, wo sie ihre Laichballen oder –schnüre im freien Wasser oder an Wasserpflanzen ablegen. 16 der 18 nordrhein-westfälischen Amphibienarten kommen im Projektgebiet vor, darunter der Springfrosch, der in Nordrhein-Westfalen nur in dieser Region anzutreffen ist.

Wenn ausreichend Licht durch das Kronendach dringt, finden sich typische Sumpf- und Wasserpflanzen. Röhrichte mit Schilf und Rohrkolben oder Seggen- bzw. Binsenriede säumen dann die Gewässer. Auf der offenen Wasserfläche schwimmen typische Wasserpflanzen, wie z.B. Laichkräuter.

Lebensraum Wasser in Gefahr

Durch die Entwässerungsmaßnahmen sowie durch die Klimaerwärmung werden die Stauwasserböden der Villewälder immer trockener. Temporäre Gewässer verlanden zunehmend oder füllen sich durch die kürzeren Nassperioden weniger lange mit Wasser – einigen Arten reicht diese wasserführende Phase für ihre Entwicklung nicht mehr aus, so dass sie ihren Lebensraum verlieren.

Das LIFE+ Projekt wird der Entwässerung des Waldgebietes durch den Rückbau von Gräben entgegenwirken. Zudem werden zahlreiche Amphibiengewässer neu angelegt bzw. aufgewertet, um das Fortbestehen und die Wanderfähigkeit der seltenen Arten zu gewährleisten. So wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und des Biotopverbundes für wandernde Arten geleistet.

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