Wald- & Wasserwelten


Projektgebiet

Begrenzt vom quirligen Rheintal im Osten und der offenen Agrarlandschaft der Niederrheinischen Bucht im Westen erstrecken sich die Villewälder als geschlossenes Waldgebiet zwischen Köln und Bonn.
Das Projektgebiet umfasst vier Natura2000-Gebiete mit einer Waldfläche von insgesamt 4.378 Hektar.

Waldreservat Kottenforst im Süden

Lage KottenforstWestlich von Bonn liegt das geschlossene Waldgebiet des Kottenforstes mit dem 2.500 Hektar großen Natura2000-Gebiet (DE-5308-303). Auf dem weiten Plateau wachsen großflächige wechselfeuchte Eichen-Hainbuchenwälder mit Stiel-Eiche, Hainbuche, Rotbuche und Winter-Linde. Die altholzreichen Wälder sind Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tierarten, wie Mittel- und Schwarzspecht, Wildkatze, Hirschkäfer und Bechstein-Fledermaus.

Immer wieder finden sich kleine Stillgewässer, die meist das ganze Jahr über Wasser führen. Viele stammen bereits aus kurfürstlicher Zeit. Nur wenige Bachläufe, wie Katzenlochbach und Venner Bach entwässern das Gebiet in Richtung Rhein.

Ein besonderes Merkmal ist das sternförmige Wegenetz, welches sich von der Ortschaft Röttgen aus in alle Himmelsrichtungen ausbreitet. Dies hat seinen Ursprung im Barock (18. Jahrh.), als der Kottenforst als kurfürstliches Jagdrevier genutzt wurde. Bereits in den 1970er Jahren wurden im Kottenforst zwei Waldflächen als Naturwaldzellen aus der Bewirtschaftung genommen, in denen sich der Wald ohne forstliche Eingriffe frei entwickeln kann. Durch die Ausweisung von Wildnisentwicklungsgebieten im Jahre 2010 wurde der Anteil der nutzungsfreien Waldflächen noch einmal deutlich erweitert.

Waldville und Villewälder bei Bornheim in der Mitte

Lage BornheimNach Norden schließt sich der Höhenrücken der Ville an den Kottenforst an. Hier erfasst das Projekt zwei Natura2000-Gebiete, die durch einen Nadelholzgürtel voneinander getrennt sind. Die Waldville (DE-5207-301) liegt zwischen den Ortschaften Buschhoven und Heimerzheim und erreicht eine Flächengröße von 1.130 Hektar. Die Villewälder bei Bornheim (DE-5207-304) zwischen Weilerswist und Walberberg sind 725 Hektar groß.

Auch hier dominieren die europaweit geschützten wechselfeuchten Eichen-Hainbuchenwälder mit alten Stiel-Eichen. Im Norden treten auf den nicht vernässten Böden auch Waldmeister-Buchenwälder auf. Von dem hohen Alt- und Totholzanteil dieser Wälder profitieren insbesondere seltene Specht- und Fledermausarten.

Kennzeichnend für die Waldville sind zahlreiche Stillgewässer (Maare), die wohl nicht naturlichen Ursprungs sind, an denen sich aber die typische Tier- und Pflanzenwelt der Feuchtgebiete eingefunden hat.

Aktuell finden sich auch noch Fichten- und Kiefernbestände in den Gebieten, deren Umwandlung in naturnahe Laubmischwälder seit vielen Jahren durch das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft vorangetrieben wird.

Altwald Ville im Norden

Lage AltwaldAm Rand des ehemaligen Braunkohleabbaugebietes liegt das Natura2000-Gebiet Altwald Ville (DE-5207-303). In seinem Zentrum liegt ein ganz besonderer Eichen-Buchenwald, aus dem sich der Mensch forstwirtschaftlich bereits vor 40 Jahren zurückgezogen hat und in dem sich der Wald nun frei entwickeln kann (Naturwaldzelle Altwald Ville). Hier hat sich ein strukturreicher Naturwald mit viel Totholz und einer besonders artenreichen Tierwelt entwickelt. Auf der nur 20 Hektar großen Waldfläche wurden bereits 1.071 Käferarten, darunter 364 Totholzkäfer sowie 83 Pilzarten nachgewiesen.

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